Siyaset

Kleine Hanfplantagen kämpfen um ihre Existenz

Reklam

GarbervilleSie kamen um sechs Uhr morgens. John Casali erinnert sich noch, dass er wach wurde, weil ein Auto die Auffahrt hochkam, und dass er dachte, einer seiner Kumpels wolle ihn zum Surfen abholen. Von seinem Haus aus ist es nur eine halbe Stunde zum Meer. Casali ging die Treppe hinunter und trat auf die Terrasse. Plötzlich hatte er eine Neun-Millimeter-Pistole an seinem Kopf und ein Bundespolizist in Tarnuniform presste ihn gegen die Hauswand.

Zwei Dutzend Beamte durchsuchten an jenem Morgen sein Haus, während eine weitere Truppe der Bundespolizei eine seiner Cannabis-Plantagen niedermähte. Ein Nachbar hatte ihn angezeigt, das erfuhr Casali später, sie hatten ihn wochenlang überwacht, hatten ihn auf der Plantage gefilmt. Nach ein paar Stunden gingen die Beamten wieder. Casali war sich sicher, dass die Sache mit einer Bewährungsstrafe erledigt wäre. So lief es damals, Anfang der 90er, immer, wenn die Bundesbehörden in Humboldt County im Norden Kaliforniens eine Plantage hochnahmen.

Als der Richter John Casali wegen illegalen Anbaus von Marihuana zu zehn Jahren Haft verurteilte, protestierten vor dem Gericht hundert Menschen. Die Zelle teilte er sich mit einem Mann, der Kleinanleger um mehr als zwei Milliarden Dollar betrogen hatte und dafür drei Jahre bekam. John Casali saß seine Strafe ab bis zum letzten Tag.

Cannabis ist in Kalifornien legal

Der Weg zur Huckleberry Hill Farm, wie John Casalis Cannabis-Plantage heute heißt, führt über eine kurvige Straße, auf der Männer mit sonnengegerbten Gesichtern in staubigen Pick-ups unterwegs sind, durch einen Redwood-Wald, über Flüsse, in denen jetzt, im Herbst, kaum Wasser fließt, weil in Kalifornien Dürre herrscht. Ein riesiger flauschiger Pyrenäenhund wartet in der Auffahrt. John Casali steht am Tresen in seiner Küche, ein großer Mann mit breiter Brust, braungebrannten Armen und Grübchen am Kinn.

Es ist erst halb neun am Morgen, aber Casali ist schon seit Stunden auf den Beinen, in einer Woche beginnt die Cannabis-Ernte, und es gibt noch so viel zu tun. Er ist um halb vier aufgestanden, hat Kaffee gemacht und CNN eingeschaltet, dann ist er raus in den Garten und hat seine Pflanzen gewässert.

Dreißig Jahre sind vergangen, seit die Bundespolizei sein Haus durchsucht hat. 1996, da hatte John Casali gerade seine Gefängnisstrafe angetreten, wurde Cannabis in Kalifornien für den medizinischen Gebrauch freigegeben, 2016 folgte der Adult Use of Marijuana Act. Seitdem ist Cannabis auch als Genussmittel legal. Kalifornien war einer der ersten Bundesstaaten in den USA, in denen Marihuana legalisiert wurde, mittlerweile sind es 21.

Es ist ein weltweiter Trend: Auch in Deutschland ist die Legalisierung Teil der Sondierungsgespräche von SPD, FDP und Grüne.

Cannabis ist zum Lifestyle-Produkt geworden

Konsumenten können Cannabis in Kalifornien in lizensierten Fachgeschäften kaufen, sogenannten Dispensarys, Boutiquen, in denen die Blüten in Gläschen ausgestellt sind, perfekt ausgeleuchtet wie edles Parfüm, dazu genaue Beschreibungen von THC-Gehalt, Aroma und Wirkung; es gibt Softdrinks und Prosecco mit Cannabis, Marshmallows und Gummibärchen, Salben und Sprays, Fachzeitschriften und Kochbücher.

Cannabis ist in Kalifornien zum Lifestyle-Produkt geworden mit Prominenten, die mit eigenen Firmen ins Geschäft eingestiegen sind, wie der Rapper Snoop Dogg oder der Schauspieler Seth Rogen. 2020 lag dort der Umsatz mit Cannabisprodukten bei 3,5 Milliarden Dollar.

Ein Großteil des kalifornischen Cannabis kommt aus einer Gegend fünf Stunden nördlich von San Francisco, die Emerald Triangle genannt wird, das Smaragd-Dreieck. Es ist das größte Cannabis-Anbaugebiet der USA. Mitten im Emerald Triangle liegt die Huckleberry Hill Farm.

Nach seiner Entlassung verdiente Casali seinen Lebensunterhalt noch eine Zeit lang mit Gartenarbeit. Als seine Bewährungszeit abgelaufen war, besorgte er sich eine medizinische Lizenz und fing wieder an, Cannabis anzubauen, weil, so sagt er, es ihn glücklich macht, wenn Menschen ihm davon berichten, wie diese Pflanze ihr Leben bereichert: weil sie besser schlafen, wenn sie Cannabis konsumieren, weil es gegen Rückenschmerzen hilft, gegen die Übelkeit während einer Chemotherapie, weil es Epilepsie, Alzheimer und Arthritis lindern kann.

2018, als der legale Verkauf von Cannabis in Kalifornien offiziell begann, wurde Marihuana von Casalis Plantage in kleinen Tütchen an die Stars auf der Oscar-Verleihung verschenkt.

Es klingt wie ein Happy End: Ein Mann, der ein Jahrzehnt lang für etwas im Gefängnis saß, das heute legal ist, bekommt eine zweite Chance.

Es ging nie darum, reich zu werden, ich war immer glücklich, wenn ich so viel verdient habe, dass wir es ins nächste Jahr schaffen konnten. Damit ist es vorbei.

John Casali, Cannabis-Farmer

Aber ausgerechnet die Legalisierung sorgt dafür, dass John Casali nicht weiß, wie lange er seine Plantage noch halten kann. „Es ging nie darum, reich zu werden“, sagt er, „ich war immer glücklich, wenn ich so viel verdient habe, dass wir es ins nächste Jahr schaffen konnten, damit ist es vorbei.“

Wer legal Cannabis anbauen will, muss Genehmigungen bei der Cannabis-Kontroll-Behörde einholen, bei der Wasserschutzbehörde, der Fischereibehörde, zahlt Gebühren für die Betriebserlaubnis, für Baugenehmigungen, für die Lizenz und obendrauf drei verschiedene Steuern: eine Mehrwertsteuer, eine staatliche Anbausteuer und eine Steuer, die nach der Größe des Betriebes berechnet wird.

Seit Beginn der Legalisierung hat Kalifornien fast drei Milliarden Dollar Steuern aus dem Verkauf von Cannabis eingenommen, allein im vergangenen Jahr waren es 555 Millionen.

Gleichzeitig ist der Preis für Marihuana stark gesunken. Casali rechnet vor: 400 Dollar bekommt er gerade für das halbe Kilo Cannabis, dafür bezahlt er 154 Dollar Steuern, 175 Dollar kostet es, die Blüten per Hand zurechtschneiden zu lassen, damit sie überhaupt verkauft werden können, dazu die Gebühren – ein Minusgeschäft, das sich auch nicht so einfach durch höhere Preise ausgleichen lässt. Legales Cannabis ist bereits sehr teuer und der Schwarzmarkt nach wie vor riesig

„Das kann so nicht funktionieren“, sagt Casali, „natürlich muss den Behörden das klar sein, warum lassen sie es also zu?“

Die Hippies von Humboldt County

Als Jugendlicher wuchs Casali mit der Angst vor den Hubschraubern auf, die über den Wäldern kreisten, um Ausschau nach illegalen Cannabis-Plantagen zu halten. Heute kämpft er mit Rechnungen und Formularen.

Damals, als Ronald Reagan den Krieg gegen die Drogen ausgerufen hatte, begann in Kalifornien die „Campaign Against Marijuana Planting“, kurz „Camp“, eine gezielte Verfolgung von Cannabis-Anbau, in Humboldt County, wo die Wälder dicht, die Täler und Berge abgelegen und schwer zu erreichen sind, ein Sisyphos-Projekt. 

Casalis Eltern waren in den 70ern hierhergezogen, wie so viele damals, die ein Leben abseits der Gesellschaft führen wollten, Hippies, die sich hier die Freiheit versprachen, die sie in San Francisco oder Los Angeles nicht gefunden hatten.

Marihuana war Teil dieses Lebensstils, aber hier auf dem Land ging es weniger um Sex, Drugs und Rock’n’Roll. Die Pflanze wurde zur Einnahmequelle, finanzierte die Häuser, die sich die Aussteiger selbst zusammenzimmerten, die Geräte, mit denen sie das Land beackerten, die Schulen für ihre Kinder, die Feuerwehr und das Gemeindezentrum.

Casalis Mutter baute Cannabis neben ihren Tomaten an. Es gehört zu seinen frühesten Kindheitserinnerungen, wie er mit ihr durch den Garten läuft. In Humboldt County, sagt er, war das normal. „Natürlich durften wir Kinder in der Schule nicht darüber sprechen, was unsere Eltern machen. Wenn man uns fragte, sollten wir sagen, sie seien Tischler. Unsere Eltern waren alle Tischler.“

Er habe seine Mutter überredet, ihm eigene Pflanzen zu geben. Als er 15 Jahre alt war, erlaubte sie es schließlich, unter der Bedingung, dass er das Geld, das er mit dem Verkauf verdiente, fürs College sparte. Im ersten Jahr erntete Casali fünf Kilo Cannabis, dafür bekam er damals 10.000 Dollar. Er kaufte davon vier Hektar Land, seine Mutter unterschrieb den Vertrag. Als die Hubschrauber kamen, versteckte Casali seine Pflanzen in den Bäumen.

Seine Mutter besuchte ihn später im Gefängnis, sie sagte ihm mal, wie schuldig sie sich fühle. Brauchst du nicht, habe er ihr geantwortet, ich hätte es auch ohne deine Hilfe getan. Casalis Mutter starb, während er im Gefängnis war.

Eine Vorzeigefarm für den Cannabis-Anbau

Von seiner Haustür sind es nur ein paar Meter bis zu seinem Cannabis-Garten, akkurat angelegte Wege führen den Hang hinauf, links und rechts stehen große Holzkästen, in jedem eine Pflanze, buschig und leuchtend grün stehen sie in der Morgensonne, die Spitzen ragen prall empor. Am Fuß der Pflanzen blühen bunte Blumen, Petunien, Ringelblumen, was hübsch aussieht, vor allem aber gut für den Boden ist. Für die Bewässerung nimmt Casali Regenwasser, das er in den Wintermonaten in einem Tank sammelt, neben seinem Gewächshaus stehen Solarzellen, er nutzt keine Pestizide und keinen künstlichen Dünger.

Casalis Farm ist ein Vorzeigeprojekt geworden, nachhaltig, umweltschonend, regenerativ. Vor der Pandemie führte er regelmäßig Touristengruppen herum, Behördenmitarbeiter lassen sich von ihm zeigen, wie vorbildlicher Anbau funktioniert, eine krebskranke Frau, erzählt er, war so begeistert von diesem Ort, dass sie in ihrem Testament darum bat, ihre Asche hier zu verstreuen.

Die unterschiedlichen Sorten, die Casali anbaut, hat er nach den Frauen in seinem Leben benannt: Mom’s Weed nach seiner Mutter, Whitethorn Rose nach seiner Lebensgefährtin Rose, einer jungen Frau Mitte dreißig, die jahrelang als Beraterin in der Cannabis-Branche in Colorado gearbeitet hat, bevor sie John Casali kennenlernte; sie hilft ihm jetzt im Garten und mit dem Papierkram. 

Wenn Casali heute von seiner Familie spricht, dann meint er keine Blutsverwandten, eigene Kinder hat er keine; er meint seine Freunde, die anderen Cannabis-Farmer.

Mit allem, was uns die Natur entgegenstellt, komme ich zurecht. Das Schwierigste ist diese Bürokratie, der ganze Scheiß, vor dem ich mein Leben lang davongelaufen bin.

Tina Gordon, Cannabis-Farmerin

„John Casali ist wie mein Bruder“, sagt Tina Gordon. „Wenn man gemeinsam so viel durchmacht wie wir, schweißt das zusammen.“ Sie steht auf ihrer Terrasse, von der man einen weiten Blick auf die Berge hat, Greifvögel kreisen über den Wäldern. In letzter Zeit verbringt sie ihre Tage meist hier, ein Schritt zu viel hinein in den Garten zu ihren Cannabis-Pflanzen, und sie ist im Funkloch, wo sie nicht telefonieren kann, und das muss sie gerade ständig, dazu Emails beantworten, Rechnungen verschicken, Anträge ausfüllen.

„Mit allem, was uns die Natur entgegenstellt, komme ich zurecht“, sagt sie. Die Dürre, die Waldbrände, die letztes Jahr bis auf drei Kilometer an ihre Farm herankamen, Mäuse im Garten, wilde Schweine und Rehe. „Das Schwierigste ist diese Bürokratie, der ganze Scheiß, vor dem ich mein Leben lang davongelaufen bin.“

Kurt Kugel

Tina Gordon auf der Moon Made Farm in Humboldt County.

Tina Gordon hatte nie einen richtigen Job. Sie war Dokumentarfilmerin und Schlagzeugerin in einer Rockband in San Francisco, bis sie zufällig nach Humboldt County kam, auf diese Farm, die einer alten Lady gehörte, Joani. Joani war selbst Schlagzeugerin, eine Legende, Queen of the Paradiddle, nannten sie sie, 1959 war sie an der Seite von Marilyn Monroe in „Manche mögen’s heiß“ zu sehen. Tina und Joani verstanden sich sofort.

Joani hatte irgendwann genug von den Nächten in den verrauchten Jazzclubs von L.A., deshalb zog sie mit ihrer Lebensgefährtin Marion, einem holländischen Model, hierher. Die beiden Frauen zelteten im Schlamm, bis sie ihr Haus fertig gebaut hatten. Sie hielten Tiere, zogen Gemüse und legten, versteckt unter Bäumen, kleine Cannabis-Gärten an.

Als Tina Gordon sie kennenlernte, konnte Joani noch immer fluchen wie ein Seemann, nur dass sie zwischendurch den Sauerstoffschlauch zurück in ihre Nase setzen musste. Irgendwann rief sie an: „Ich will nie wieder auch nur einen Sack Hühnerkacke schleppen, kaufst du endlich meine Farm oder was?“

Ein Herkunftslabel für Cannabis

Fünfzehn Jahre sind seitdem vergangen. Tina Gordon lässt ihr Laptop für einen Moment auf dem Küchentisch zurück, steigt schmale Stufen hinunter zu ihrem Garten. Sie fährt mit den Händen durch die Pflanzen, bis ihre Finger klebrig sind vom Harz der Blüten, sie atmet den würzig-zitronigen Geruch tief ein, seufzt und grinst. Noch eine Woche, sagt sie, dann ist Vollmond, und die Ernte kann beginnen.

„Moon Made Farm“ hat Tina Gordon ihre Gärten genannt: Der Mondschein, das Sonnenlicht, das Wasser, ihre Berührungen, ihre Stimmung, alles, sagt sie, was die Pflanze aufnimmt, beeinflusst die Wirkung der Blüten. Sie und John Casali arbeiten mit einem Wissenschaftler der Columbia University in New York an einer Studie, die beweisen soll, dass biologisch angebautes Cannabis besser ist als Cannabis aus dem Gewächshaus.

„Den Leuten ist es heute wichtig, woher ihre Lebensmittel kommen“, sagt Tina Gordon. „Ich will das Gleiche für Cannabis erreichen.“ Zusammen mit anderen Farmern setzt sie sich für ein Herkunftslabel ein, wie es auch für Wein existiert. 

Und der Zeitgeist scheint auf ihrer Seite zu sein: Craft Beer, Naturwein, handwerkliches Eis, Schokolade, Sauerteigbrot – wer es sich leisten kann, legt heute Wert auf gute Qualität, auf faire Arbeitsbedingungen und auf Produkte, die ohne Pestizide und Chemikalien hergestellt werden. „Warum wollen die Leute also nicht wissen, woher ihr Gras kommt?“, fragt Tina Gordon.

Gigantische Gewächshäuser

Zurück in ihrer Küche klappt sie ihr Laptop wieder auf. Ein paar Klicks und auf dem Bildschirm erscheinen Fotos riesiger Cannabis-Plantagen, manche so groß wie über hundert Fußballfelder, lange Tunnel aus weißer Plastikplane, unter der die Pflanzen wachsen, oft im Süden Kaliforniens, wo Wassermangel herrscht. Noch ein Klick: gigantische Gewächshäuser mit künstlichem Licht, betrieben von Unternehmen, die mit Millionen Dollar Risikokapital finanziert sind; die es sich leisten können, jahrelang im Minus zu operieren. Auch ­­­­­Tabakkonzerne investieren längst in Cannabis.

Das ist Tina Gordons Konkurrenz. In den vergangenen fünf Jahren hat sie Zehntausende Dollar in ihre Farm investiert, um ihre Lizenzen zu bekommen. Auch sie weiß nicht, wie lange sie noch durchhält. Die Familie auf der Nachbarfarm, deren Kindern sie Schlagzeugunterricht gab, ist weggezogen. Ein anderer Nachbar, der immer große Partys für alle in der Umgebung schmiss, ebenfalls. Mit jedem einzelnen, so sieht es Tina Gordon, geht ein Stück Tradition verloren.

Sie will durchhalten, das sieht sie als ihre Verantwortung an. Für Joani und Marion, für die anderen Farmer, die wie sie daran glauben, dass biologisch angebautes Cannabis vielen Menschen gut tun kann, körperlich, aber auch seelisch. Sorgsam wählt sie aus, welche Sorten sie pflanzt: Hawaiian Fanta, Pineapple Wonder, Mandarin Moon. „Ich will Leute dazu ermutigen, kreativ zu sein, aufzuschlüsseln, was sie einzigartig macht. Ich stelle mir vor, wie jemand einen Joint mit meinem Marihuana raucht und dann einen Song komponiert oder ein Gedicht schreibt oder ein gutes Gespräch führt.“

Noch immer operieren viele im Verborgenen

Eine Stunde Fahrt auf einer sandigen Gebirgsstraße ist es von Tina Gordons Farm in die nächste Stadt. Garberville ist so etwas wie das Zentrum des Emerald Triangle. Entlang der Hauptstraße liegen eine Tankstelle, ein Diner und ein paar Motels, in denen spätabends Typen mit tiefsitzenden Käppis Plastiksäcke voller Cannabis aus den Zimmern tragen und mit prallen Rucksäcken zurückkommen; in denen junge Mexikanerinnen mit müden Augen auf der Treppe Kette rauchen, nachdem sie wochenlang in Zwölf-Stunden-Schichten als Trimmerinnen Cannabis zurechtgeschnitten haben; mal eine Nacht in einem Bett schlafen, statt in einem Zelt auf dem Boden, duschen. Ihr Lohn, sagen sie, ist dieses Jahr so niedrig wie nie zuvor. 

Vor der Legalisierung gab es schätzungsweise 15.000 illegale Cannabis-Anlagen in Humboldt County, rund 2000 hatten bis 2019 eine Lizenz beantragt. Nach wie vor operieren viele im Verborgenen, wo die Arbeitsbedingungen schlecht sind und es keine Gesetze gibt.

Tina Gordon und John Casali haben sich gegen die Freiheit der Illegalität entschieden. Der Preis, den sie dafür zahlen, ist hoch.

John Casali hat irgendwann Besuch von seinen ehemaligen Gefängniswärtern bekommen. Sie wollten seine Farm sehen, von der er ihnen so viel erzählt hatte. Zum Abschied schenkte er ihnen ein paar Pflanzen. „Meine Geschichte kommt mir selbst oft unglaublich vor“, sagt er. „Ich will mir gar nicht vorstellen, dass all das, wofür ich so lange gekämpft habe, bald nicht mehr da ist.“

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