Son Dakika

Gehen Sie raus und betrinken Sie sich!

Reklam

BerlinJetzt geht’s endlich wieder los!! Freuen Sie sich auf Ihr erstes Wochenende in Freiheit (auch wenn Außengastronomie ja nur die halbe Freiheit ist!). Und wie verbringt man so ein Wochenende? Natürlich in der Tor Bar, denn nur hier kann man in Mitte stilvoll stundenlang sitzen und sich betrinken. Hier kommen unsere Food-Tipps zum Wochenende…

Valentin Cheli

Die große Seafood-Etagere ist genau das richtige um ein bisschen Corona-Erspartes auf den Kopf zu hauen.

Die Tor Bar in Berlin-Mitte

Noch haben sich die Menschen ja nicht so Recht an die neue Freiheit gewöhnt, am Freitagmorgen jedenfalls waren die meisten Cafés in Berlin-Mitte noch verhältnismäßig leer. Das wird sich am Wochenende schlagartig ändern. Und das ist gut so. Wir alle haben jetzt ein bisschen Normalität und Spaß verdient. Schließlich haben wir lange genug in unseren Wohnungen darauf gewartet.

Berliner Verlag

Die Wochenendausgabe

Dieser Text ist in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung erschienen – jeden Sonnabend am Kiosk oder hier im Abo.

Am 22. Mai 2021 im Blatt: 
Das große Glücksspezial: Berlin macht die Türen auf. Wie ist die Stimmung in der Stadt nach dem Lockdown?

Wie werde ich glücklich? Ein Selbstversuch bei einem Online-Kurs der Yale-Universität, der das Glück lehren will

Der Israel-Konflikt hat die Neuköllner Rütli-Schule erreicht. Unsere Reporterin hat die Schüler getroffen

Neues Gesetz zum autonomen Fahren: Ein Porträt eines deutschen Unternehmers, der die Technik dazu liefert

https://berliner-zeitung.de/wochenendausgabe

Als ich am Mittwochabend die Tor Bar (die dem Schweizer Yello-Sänger und Unternehmer Dieter Meier gehört) in der Torstraße in Mitte besuchte, waren die Wirte Simon Bühler und Illy Semsedini schon voll mit den Vorbereitungen beschäftigt. Monatelang hatten Sie mit viel Kreativität an der neuen Karte und dem Konzept für die neue Freiheit (vorerst leider nur Außengastronomie!) getüftelt. Es wurde neues Porzellan designt, edles Hotelsilber aus einem alten Grandhotel ersteigert und Marmortische auf der großen Außenterrasse installiert. Im Vordergrund stand dabei immer ein Gedanke: Was brauchen die Gäste jetzt nach mehr als einem Jahr harten und weichen Lockdowns? Und was macht die Menschen jetzt wirklich glücklich?

„Jetzt will wirklich keiner mehr halblegale Abendessen mit den gleichen Leuten veranstalten“, sagte Simon Bühler. Die Zeit des Kochens zu Hause müsse jetzt vorbei sein: „Was sie Leute jetzt brauchen ist ein Ort, wo man sich treffen kann. Die Leute wollen scherzen, Kleinigkeiten essen und vor allem trinken – und das am besten stundenlang.“

Und genau das wird man in der Torbar unter der grünen Markise wirklich wunderbar und noch besser als vor dem Lockdown tun können. Denn von 11 Uhr bis in die Nacht (Alkohol darf nur bis 23 Uhr ausgeschenkt werden) wird hier traditionelle französische Bistrot-Küche angeboten. Das ist ein Lichtblick in Mitte. Denn das gastronomische Angebot besteht ja immer noch mehrheitlich aus Dönerbuden, Pizzerien und veganen Restaurants.

In der neuen Torbar kann man Omelette frühstücken, frische Austern bestellen, sich ein Tartar frisch zubereiten lassen, sich an frittierten Rinderfilet-Kroketten die Zunge verbrennen oder sich wunderbar zartes grasgefüttertes Rindfleisch (bestellen Sie die hausgemachte Café-de-Paris-Soße dazu, nirgendwo in Berlin gibt es eine bessere!) in allen Variationen grillen lassen – und sich dazu Cocktails und Champagner schmecken lassen. Viele Leute haben ja im vergangenen Jahr ziemlich viel Geld gespart. Jetzt könnte man also wieder in Erinnerungen investieren.

Am Mittwochabend saßen die Wirtsleute mit befreundeten Stammgästen jedenfalls schon mal an einer großen Tafel draußen unter den Palmen am voll eingedeckten Tisch und haben Probe gegessen und ein paar Fotos für Instagram geschossen. Es gab Kaviar, Cheeseburger und Miesmuscheln mit Pommes und dazu eiskalten Rosé. Das große Finale gaben dann frische Crêpe Suzette, die auf einem uralten Flambierwagen auf der Straße zubereitet wurden.

Die Passanten haben ganz neidisch in die Stichflamme geschaut und sich schon mal nach der neuen Karte erkundigt. Am Ende war es für Bühler und Semsedini eine wunderbare Generalprobe. Über dem Fußballplatz von Blau-weiß Berolina am Ende der Kleinen Hamburger Straße strahlte die Abendsonne den Fernsehturm an. Zur Perfektion hätte nur noch gefehlt, den Alex an diesem Abend einfach durch den Eiffelturm zu tauschen. Jesko zu Dohna

Bewertung: 5 von 5 Punkten!

Tor Bar, Torstraße 183, 10115 Berlin, Dienstag bis Sonntag 11 bis 23 Uhr.

Lotte Ostermann

Leckere Kuchen! Die Top 5 unserer Autorin

Bravo Bravko am Görlitzer Park

Gemeinschaftstische? Schwierige Nummer. Immer mehr Restaurants kamen in letzter Zeit auf die Idee, Wildfremde nebeneinander zu platzieren. Offiziell, um sie miteinander ins Gespräch zu bringen. Inoffiziell ging es vielen wohl eher um den Wirtschaftsfaktor. Mehr Gäste auf gleicher Fläche gleich mehr Umsatz. Über die Dauer eines 25-Gänge-Menüs kann das anstrengender sein, als einen Berg Shrimps von Hand zu pulen. Über eine Kaffeelänge hinweg allerdings sehr unterhaltsam.

Gerne erinnere ich mich an meine einsamen Besuche der Bravo Bravko Kuchenwerkstatt zurück, getreu dem Motto „Zusammen isst man weniger allein“. Der luftig-leichte Raum wurde von zwei Holztafeln dominiert, oft geschmückt mit üppigen Blumenbouquets. Von wegen Ponylängenabstand: Je nachdem, wie voll es war, saß man vom Tischnachbarn nur eine Kuchengabellänge entfernt, wurde also zwangsläufig Zeugin von Gesprächen über das Wetter und die Berliner Kitaplatzvergabepolitik, banales Zeug, das uns gerade so schmerzlich fehlt. Wie so vielem hat Corona auch dem Gemeinschaftstisch ein vorzeitiges Ende bereitet.

Wer jetzt bei Bravo Bravko vorbeischaut, kommt nicht weiter als bis zur Eingangstür. Selbst Menschen mit einwandfreiem Sehvermögen können die in der Vitrine dargebotene Auswahl eher erahnen. Praktisch, wenn man wie ich schon so oft da war, dass man das halbe Sortiment durchprobiert hat. Seit ihrer Eröffnung 2013 gehört die unweit des Görlitzer Parks gelegene Konditorei zu einem meiner liebsten Sweet Spots der Stadt. Benannt ist sie nach ihrem Besitzer Toni Dubravko Dordevic, „dessen einzigartiger Lebensweg“ zum autodidaktischen Kuchenbacken geführt hat, wie das Internet verrät.

Auf dem Foto erinnert er ein wenig an Kida Khodr Ramadan, nur halt mit Backschürze. Meine Favoriten seiner rund dreißig Sorten Kuchen und Tartes: Käse-Nuss-Karamell, mit gerösteten Haselnüssen und einer irgendwo zwischen Mascarpone und Philadelphia angesiedelten Cremebasis. Birne-Mohn, weil er so saftig ist und Mohn zwischen den Zähnen glücklich macht. Pistazienmousse, weil diese Nüsse im Hinblick auf ihre Qualität so schlecht lügen können. Karotte-Vanillecreme, wegen der Kokosraspeln und des extradicken Frostings. Orientalische Orange, am besten mit einem handtellergroßen Klecks Créme Fraîche.

Auf der Website steht noch was von NYC-Tiramisu, OMG! Der normale Cheesecake ist auch ziemlich gut, reicht aber nicht an das Konkurrenzprodukt bei Five Elephant heran. Auch, wer nur Kaffee trinken will (ein leerer Kaffee ohne Kuchen geht gar nicht, wie meine Oma immer zu sagen pflegte), geht besser woandershin, obwohl der hier ausgeschenkte von der Rösterei Finest Coffee Berlin in Ordnung geht.

Dafür sitzt, pardon, saß es sich bei Bravko viel entspannter, ohne MacBookflimmern oder zwangsverordnete Hipness. Wer zu Pandemiezeiten telefonisch vorbestellt, bekommt das halbe Sortiment heruntergeleiert. Sparen Sie sich und dem Teammitglied am anderen Ende der Leitung die Mühe und bestellen Sie einfach irgendwas. Alles ist köstlich. Genießen Sie Ihre Ausbeute zu Hause, in stiller Einsamkeit. Über fremde Ellenbogen auf dem Kuchenteller werden wir uns früh genug wieder ärgern. Eva Biringer

Bewertung: 4 von 5 Punkten!

Bravo Bravko Kuchenwerkstatt, Lausitzer Str. 47, 10999 Berlin, Donnerstag bis Montag 9 bis 18 Uhr.

PASSION VIN

Beste Auswahl für den Post-Pandemie-Nachschub: Passion Vin

Bester Weinladen Berlins! In Kreuzberg.

Im Lockdown und der dunklen Jahreszeit haben wir ja alle ein bisschen zu viel getrunken. Legendär bleibt für mich das Video des österreichischen Kabarettisten Josef Hader, wie er in seiner Wohnung mit Sonnenbrille auf dem Boden – umringt von unzähligen Weinflaschen – liegt und erklärt, mit welcher Trinkstrategie man am Besten durch die folgenden Monate kommt: „Weißbier ist so gesund, das ist eine Cerealie.“

Bei mir jedenfalls hat der letzte (ich schreibe hier bewusst der „letzte“ statt der „vergangene“!) Lockdown jedenfalls eine ziemliche Schneise in meinen Keller gefräst. Ich war gestern mal unten und fand eigentlich nur noch leere Pappkisten vor. Also musste ich für Nachschub sorgen. Und das mache ich am liebsten bei Passion Vin in Kreuzberg. Denn für mich gibt es nirgendwo in Berlin eine so schöne Auswahl französischer Weine, wie hier. In den hellbraunen Holzregalen stehen nicht Massenweine, wie man sie sonst überall bekommt, sondern sind die besten Produzenten von Bordeaux, über das Burgund bis ins Jura (Für mich das Moabit unter den französischen Weinregionen) versammelt.

Und welche Weine kann ich Ihnen jetzt für einen lauen Sommerabend am Liepnitzsee oder ein Picknick in der Schorfheide empfehlen? Kaufen Sie keine schweren Weine für ein Eremiten-Dasein, sondern ein paar Flaschen wunderbar fruchtigen, ungefilterten aber trotzdem intensiven Morgon von Jean Foillard, einem der Pioniere des ökologischen Weinbaus in Frankreich: zum Beispiel einen 2018er Morgon (17,90 Euro) oder noch besser einen 2018er Côte du Py (29,50 Euro).

Die Weine kommen zwar aus dem Beaujolais, haben aber gar nichts mit einem faden und klebrigen Beaujolais Primeur zu tun. Denn diese Weine haben Tiefe und können sogar länger im Keller gelagert werden. Vor allem der Côte du Py – eine zwei Hektar große, an den Hängen des Vulkans Mont du Py, auf 350 Metern Höhe gelegene Parzelle – ist mein absoluter Lieblingswein für einen Abend am Lagerfeuer. Er passt für mich perfekt zu einer groben scharfen Bratwurst, die man zuvor stilecht auf einen Stock gespießt und dann in der Glut gegrillt hat. Versuchen Sie es mal! Jesko zu Dohna

Bewertung: 5 von 5 Punkten!

Passion Vin, Köpenicker Str. 18/20, 10997 Berlin, Montag bis Samstag 10.30 bis 19 Uhr

Agatha Powa

Handarbeit ist hier ein Muss: Bei Gözleme muss man warten, aber das ist okay.

Gözleme & Manti in Neukölln

Ich bin im Lockdown wirklich ein bisschen dick geworden, und das trotz Bewegung. Denn die neue Lieblingsbeschäftigung von mir und meinem Kumpel war in den vergangenen Monaten unser sogenannter Food Crawl. Er bestand jeweils aus einem lockeren Spaziergang von neun bis zwölf Kilometern durch mehrere Stadtviertel.

Darin enthalten waren dann meist fünf bis sechs Essenspausen bei verschiedenen Imbissen und Restaurants. Mal wurde hier zwei Köfte und zwei große Berliner Kindl bestellt, mal ein paar Austern und eine Flasche Wein oder auch mal ein halbes Hähnchen mit den bloßen Händen in einem Hauseingang verspeist. Die Verpflegung wurde so üppig gestaltet, dass die zurückgelegten Kilometer die Kalorienzufuhr nur im Ansätzen verbrennen konnten.

Einen Ort, den wir beide eigentlich immer als Endpunkt unserer Reise aufgesucht haben, war das Anatolische Restaurant Gözleme in der Karl-Marx-Straße.

Hier gibt es nur zwei Sachen, die man bestellen kann. Es gibt verschieden gefüllte Teigtaschen (nehmen Sie die mit Spinat für 3 Euro), die von einer Dame mit geblümtem Kleid und Kopftuch vor Ihren Augen geknetet, befüllt und auf einer heißen Stahlplatte goldbraun gebacken werden.

Oder es gibt eben die besten Manti der Stadt, das sind kleine anatolische Teigtaschen gefüllt mit Hackfleisch (8,50 Euro) oder Kartoffelfüllung (8 Euro), die an russische Pelmeni oder italienische Tortelloni erinnern. Serviert werden sie mit einer schweren Joghurtsoße (die füllt, aber hilft auch ein bisschen dabei, die anderen Speisen im Magen zu sortieren!) mit Chili, ordentlich geschmolzener Butter, etwas zu wenig Salz und sehr, sehr viel Knoblauch.

Das schmeckt ganz wunderbar, hat aber natürlich auch den Nachteil, dass man danach nur sehr eingeschränkt verkehrs- und interaktionsfähig ist. Der Vorteil daran ist aber, am nächsten Morgen ist die Erinnerung an die Teigtaschen und den Food Crawl im Mundraum noch immer sehr präsent.

In den letzten Monaten war bei Gözleme eigentlich gar nichts los, weil die Zubereitung der Speisen eben immer frisch erfolgt und mindestens 15 Minuten in Anspruch nimmt. Die Wirte müssen durch eine ziemlich harte Zeit gegangen sein. Schön, dass jetzt die große Terrasse wieder geöffnet hat. Jacques Ritzel

Bewertung: 4 von 5 Punkten!

Gözleme, Karl-Marx-Straße 35, 12043 Berlin, täglich 11 bis 21 Uhr.

Dieser Text ist in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung erschienen – jeden Sonnabend am Kiosk oder hier im Abo.

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